via ron orp agentur.
um was es geht.
kurz: um eine kampagne für pakka.
lang: um eine omnichannel / crosschannel crowdinvesting kampagne in mehreren phasen. spoiler: falls diese abfolge von begriffen in dir bereits an dieser stelle kopfschmerzen, verwirrung und übelkeit auslöst, bist du wahrscheinlich nicht die zielgruppe dieses artikels.
in diesem fall lade ich dir herzlichst dazu ein, zur übersichtsseite zurückzukehren und dir etwas zu gönnen, was mehr dir entspricht. selbstredend darfst du natürlich trotzdem gerne bleiben und dir das hier geben. du bist ja schliesslich erwachsen und wirst schon wissen, was gut für dich ist.
oder?
oder???
wer.
Pakka vertreibt biologisch produzierte und fair gehandelte Snacks. Man findet sie zum Beispiel in Form von Nüssen im Coop. In diesem Fall geht es um das Projekt Kardianuts: Bei diesem Unternehmen wird in Kolumbien eine nachhaltige Modellfarm (regenerative Landwirtschaft) für Cashewnüsse aufgebaut. Das Wissen wird dabei an die örtliche Bevölkerung weitergegeben, damit sie es zukünftig selbständig anwenden können und damit eigene Farmen aufbauen können. Ziel ist es, ein stabiles System mit hoher Biodiversität, fruchtbaren Böden und damit auch guter Produktivität zu entwickeln, um wirtschaftliche und nachhaltige Wertschöpfung und neue Arbeitsplätze in die Region zu bringen.
aufgabe.
Die Weiterentwicklung und Erweiterung der Farm braucht Geld, welches via Crowdinvesting gesammelt werden soll. Ziel ist es, innerhalb von wenigen Wochen eine crowdinvesting-Kampagne zu entwickeln, um die benötigte Geldsumme zu erreichen.
Strategie.
- Hauptidee: Die Kampagne soll in einem omnichannel-Setting in drei Phasen über verschiedene digitale Kanäle hinweg laufen.
- 1. Phase – Testphase: In der ersten Phase werden mit einem kleinen Teil des Budgets kostengünstig verschiedene Kombinationen von Creatives, Strategien und Zielgruppen auf verschiedenen Plattformen getestet.
Grund: Reduktion von Streuverlust. Der Hauptteil des Budgets soll in etwas investiert werden, das tatsächlich Ergebnisse einbringt – und nicht an Massnahmen verschwendet werden, die keine Investitionen einbringen. - 2. Phase – Analytics: In der zweiten Phase werden von mir die Daten aus der ersten Phase ausgewertet: Auf welchen Plattformen und in welcher Reihenfolge sehen die Menschen die Anzeigen? Wie reagieren sie darauf? Wie ist die User Journey? Wie hängen die verschiedenen Kanäle zusammen und welche Wechselwirkungen gibt es dabei? Welche Texte und Visuals sind gut, welche nicht? Und warum? Was für Rückschlüsse und Optimierungsmöglichkeiten lassen sich von all den gesammelten Daten ableiten?
Grund: wir wissen nun, was wir machen müssen und warum. nicht weil schulbuch x es so sagt oder peter aus der buchhaltung das super toll findet, sondern weil es das ist, was uns tatsächlich zum ziel und den gewünschten ergebnissen führt. - 3. Phase – Hauptkampagne: Basierend auf den gewonnenenenenen Zahlen und Erkenntnissen werden die Creatives und Massnahmen aus der Testphase optimiert und neu zu einer vernetzten, aufeinander aufbauenden omnichannel Hauptkampagne aufgebaut. Diese läuft anschliessend normal über mehrere Wochen hinweg mit dem Hauptteil des Werbebudgets.
Grund: jo. ist halt geil. - Resultat: Geiler Scheiss.
sehr wichtige zwischenfrage.
kanäle.
Google Ads, Display Ads, Instagram Ads, Facebook Ads, Anzeigen bei watson, Anzeigen im Ron Orp Newsletter, Fake-Online-Shop, Native Ads auf Ron Orp etc.
erfolgreichste massnahme.
Die Kampagne beinhaltete nebst klassischen Anzeigen auch einen kreativen Kampagnenteil: den Fake-Webshop. Dafür gestaltete ich einen Online-Shop mit schönen und nachhaltigen, aber absurd überteuerten Produkten. Für die unwissenden Besuchenden sah er absolut echt aus – mit echten Produkten, echten Bewertungen und einer Markengeschichte.
Sobald man aber auf ein Produkt klickte, wurde man auf eine Unterseite des Shops weitergeleitet, in der das Ganze aufgelöst wurde: Man wurde damit konfrontiert, dass der Shop nur ein Fake ist und man das Geld doch lieber in etwas tatsächlich Nützliches stecken sollte – nämlich das Pakka-Projekt.
Die Idee: Wer beim Kauf eines überteuerten und nachhaltigen Dekoprodukts erwischt wird und dabei direkt mit den Konsequenzen des eigenen Konsums konfrontiert wird, ist eher dazu bereit, dieses Geld stattdessen in etwas zu investieren, was tatsächlich dem eigenen Anspruch an «der Welt etwas Gutes tun» entspricht.
Halt Psychologie und so. You know.
Resultat: Der falsche Webshop führte zur höchsten Investitionsrate der gesamten Kampagne und war damit die mit Abstand erfolgreichste Massnahme.
persönliches fazit.
ich darf nie für die svp arbeiten.
bilder.




