um was es geht.
wie es ein start up mit meiner hilfe zu einem der bekanntesten online newsportale der schweiz geschafft hat: watson.ch
disclaimer.
falls das jemandem an dieser stelle tatsächlich nicht klar sein sollte: selbstverständlich habe ich watson.ch nicht im alleingang aufgebaut. der titel ist eine zusammenfassung, keine aneignung. hinter dem erfolg der newsplattform steckte ein grossartiges publizistisches konzept, eine inspirierende chefredaktion und viele talentierte menschen aus den verschiedenen ressorts. und: ich. ich war auch ziemlich genial, wenn ich das mal so sagen darf. und ich darf das sagen, ist ja schliesslich meine website.
die situation.
ein newsportal wie watson.ch lebt in den meisten fällen von den einnahmen durch werbung.
das bedeutet: unternehnmen zahlen viel geld, um dort für ein paar tage ihre anzeigen oder gesponsorte inhalte veröffentlichen zu dürfen. im gegenzug bekommen sie eine zusicherung, dass das news-portal an diesem tag garantiert von einer bestimmten anzahl personen besucht wird – und ihre werbung entsprechend oft ausgespielt und gesehen wird.
dies muss dem werbekunden gegenüber im nachhinein belegt werden: durch zahlen und statistiken, die zeigen, wie oft zum beispiel die anzeige angezeigt wurde oder wie oft sie angeklickt wurde.
insider-info
die meisten grossen unternehmen, die mit ähnlichen werbekonzept arbeiten, tricksen an dieser stelle. manche absolut bewusst, andere unbewusst. und den meisten unternehmen, die diese werbung buchen, ist das herzlichst egal, da sie die zahlen am ende ohnehin der geschäftsleitung ihres unternehmens vorlegen und dabei ebenfalls tricksen. win-win also sozusagen. zugeben wird das allerdings keiner. stichwort: wenn man etwas nicht weiss, hat man auch nichts zu verbergen.
ein frisch gegründetes newsportal weist in den ersten jahren seiner existenz normalerweise allerdings noch nicht genügend hohe leserzahlen auf, um für werbekunden attraktiv zu sein. die stammleserschaft muss sich erst entwickeln – die menschen müssen erfahren, dass es die plattform gibt und sich anschliessend über längere zeit hinweg angewöhnen, diese auch von sich aus jeden morgen zu besuchen.
anders gesagt: wenn du eine eigene zeitung gründest, musst du ab tag eins damit irgendwie geld machen, indem du genügend werbeanzeigen verkaufst. tust du das nicht, wächst dein unternehmen nicht und du kannst deine rechnungen nicht mehr zahlen, da das investierte geld nicht ausreicht, um fünf jahre lang die löhne einer ganzen redaktion zu bezahlen, ohne auch nur einen einzigen rappen zu verdienen.
das bedeutet: eine neue newsplattform wie watson.ch muss in den ersten jahren vorallem eins – tag für tag möglichst viele leser:innen zu sich auf die website holen. diese misst man im impressionen – also anzahl zugriffe auf die website pro zeiteinheit – zum beispiel pro tag oder pro monat.
wenn sie ähnlich viele impressionen hat wie die konkurrenz, kann sie auf dem werbemarkt mithalten und damit werbekunden ein attraktives angebot machen («deine werbung wird 50’000 mal gesehen werden!» – und diese personen langfristig als stammleser:innen gewinnen.
hinzu kommt ein weiterer faktor: klassische news ist kein content. es ist journalismus und journalismus darf attraktiv und modern gestaltet werden, aber er hat trotzdem in erster linie einen informationsauftrag. er richtet sich danach, welche informationen für die bevölkerung einer demokratie gerade relevant sind – nicht danach, womit man am meisten klicks auf sich zieht. man generiert damit keine hunderttausende von impressionen pro monat. zumindest nicht als start up, welches frisch auf dem markt ist.
die frage.
wie kriegt man also das alles unternehmerisch in den griff, wenn dich noch keiner kennt und du nicht gerade 500’000 franken pro monat hast, um die ganze schweiz mit plakaten zuzutapezieren und gleichzeitig aber unabhängigen, qualitativen journalismus gewährleisten musst und deshalb nicht einfach auf wir-machen-nur-noch-klickbaren-unsinn umsteigen kannst?
die lösung.
man fährt zweigleisig.
das bedeutet: man baut parallel zur eigentlich newsredaktion eine zweite redaktion-in-der-redaktion auf, die unabhängig vom eigentlichen kerngeschäft operiert. ihre artikel werden zwar zwar auf der watson.ch website publiziert und zählen damit zu den impressions, erscheinen aber nicht auf der front (das ist die seite, die du siehst, wenn du watson.ch öffnest).
ziel ist es, mit artikeln und beiträgen die sich ausserhalb der klassischen berichtserstattung bewegen und der allgemeinheit zugänglicher sind, die notwendigen besucherzahlen herzuholen und aufrecht zu erhalten. so wird der wirtschaftliche teil des unternehmens im hintergrund aufgebaut und am laufen gehalten, während sich die kernredaktion auf ihren informationsauftrag konzentriert.
win-win sozusagen. und wir mögen win-wins.
das bedeutet: man baut via gehirnchemiefriteusen – damals war es facebook – werden entsprechende themenseiten auf. diese communities werden anschliessend so bewirtschaftet, dass sie eine hilfreiche, spannende und nützliche marke für die zielgruppe bietet. man schafft mehrwert, indem man den das bietet, was die leute brauchen: tipps mit mehrwert, identität, dazugehörigkeit, sinnstiftung.
dazwischen werden für die community spannende artikel aufgearbeitet, die direkt auf watson.ch führen. da die community dank der organischen bewirtschaftung mit mehrwert (also nicht: wir machen werbung, sondern: wir machen etwas, das wirklich den leuten etwas bringt) bereits aktiv ist und organisch wächst, erreichen diese artikel jede menge leute und werden entsprechend oft angeklickt, wodurch watson.ch viele impressionen generieren kann, ohne dass sie ihre redaktionelle kernstrategie entsprechend ändern muss oder viel zu viel geld für unwirksame werbung ausgeben muss.
was ich gemacht habe.
ich habe diese strategie und die dazugehörige abteilung entsprechend entwickelt und aufgebaut.
ergebnis.
mit dieser strategie hat watson.ch in den ersten jahren die mehrheit seiner impressionen generiert. konkret: 50% der gesamten monatlichen zugriffszahlen persönlich durch mich, 70% verteilt auf die gesamte abteilung.
dadurch gelang es dem neuen unternehmen nicht nur ein attraktiver partner für werbetreibende zu sein, sondern durch das ungewöhnlich schnelle wachstum auch in der gesamten branche jede menge aufmerskamkeit auf sich zu ziehen, die konkurrenz zu überholen und zu einer der wichtigsten medienplattformen der schweiz aufzusteigen.
die entsprechenden sidechicks nebenmarken waren zudem so erfolgreich, dass aus ihnen gleich ein eigenes nebengeschäft gemacht wurde – mit einer eigener app und weiteren massnahmen.


hey… 😉